.:::Superhelden gesucht

31 12 2008

03:04Uhr // MTV – Nightclips

An alle Nachtschwärmer, Langzocker und Computernerds da draußen : willkommen zur Latenight Show mit Mr. Jan. Noch 20 Stunden und 56 Minuten, dann läuft das Jahr 08 aus und hiermit mein letzter Post des Jahres. Keine Ahnung, was ich schreiben soll so von wegen Neuanfang und sentimental und so, wo wir das doch sowieso alle werden !

Seit Weihnachten schau ich täglich mindestens 1 Film und da ist die stattliche Sammlung von 22 Filmen schnell durch. Spiderman 3 hab ich zuerst geschaut. Ein paar Tage später dann The dark Knight. Beides Comic-Verfilmungen. Vom Bettmann war ich am Anfang etwas verwirrt vom Stil, liegt mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass ich den 1er nicht gesehen habe. Aber mit der Zeit wurde der Film immer geiler und besser und Heath Ledger als Bösewicht war einfach oscarreif. Nach dem Streifen fing dann auch die heiße Diskussion mit Jens an, welcher denn der coolste und beste Superheld von allen ist. Auch wenn mir Batman Begins fehlt, um diese literarisch wie kulturell höchst anspruchsvolle Diskussion führen zu können, habe ich folgende These aufgestellt :

Im Prinzip gibt es 2 Arten von Comic Fans. Einmal die Batman Fans. Hierbei entstand der Superheld durch eine voll realistische Misere. Besagter Held unter dem Namen Bruce Wayne hat dabei seine eigenen Eltern sterben sehen und ist somit zum Batman geworden, um die Straßen von Gotham City zu beschützen. Also, kein Zufall, kein Schicksal, kein Kabuff, dass dem Menschen aus heiterem Himmel Superkräften verliehen hat. Selbes Schema bei Marvels Iron Man : Millionenschwerer Waffenhersteller wird entführt, erschafft Titan-Carbon Anzug und wird zum Superhelden, um seine eigenen Waffen zu stoppen, die in die Hände von Terroristen gefallen sind. Auch hier wieder nichts Übernatürliches, das dem Helden dauerhafte Superkräfte verleiht. Auf der anderen Seite gibt es dann die Spiderman Fans. Eine genmanipulierte Spinne bricht irgendwie(!) aus ihrem Kasten aus und beißt den Obernerd von allen, Peter Parker. Ein unterdrückter Streber, der in mittelständischen Verhältnissen lebt. Erster Unterschied : Mittelklasse gegen Oberschicht, weil Batman und Iron Man über die neuesten Technologien verfügen, Millionen von Dollar und ‘ne geile Schlampe. Zweiter Unteschied : Ein völlig zufälliger Einschnitt in das Leben von Peter Parker verleiht ihm dauerhafte(!) Superkräfte.

Der Kasus Knacksus : Batman Fans sind realitätsnaher, konservativer und brauchen einen logischen Zusammenhang. Spiderman Fans jedoch haben eine grenzenlose Fantasie, sind offen für das Unwahrscheinlichste und dadurch wohl nicht so anspruchsvoll. Natürlich fallen zich weitere Superhelden in die 2 Kategorien, aber es ist wohl unumstritten, dass Batman und Spiderman zu den Größten gehören. Superman auch, aber der stinkt. Ganz abgesehen vom Transfer und Verarbeitung im Film. Rumgenerde vom Feinsten. Nun gut. Ihr seht also, es sind wieder Ferien, ich habe viel Zeit zum Nachdenken (um an den Post während den Herbstferien zu erinnern). Dennoch soll ein kurzes Statement zum Jahr 2008 nicht vergessen werden.

Das Jahr fing für mich mit der ersten Erkenntnis an, dass Abwechslung zwischen Singleleben und Beziehung gut tut und Spaß macht. Mal hier ordentlich die Sau raus lassen, wenn daheim kein Mädchen auf einen wartet, ist empfehlenswert und keinesfalls falsch. Auch für Mädchen nicht ! Weiter dümpelte das Jahr in den ersten 3 Monaten vor sich her und ich als „Saisonarbeiter“, wie es der werte Tutor Neugeborn ausdrücken würde, bin dann mehr oder weniger aus dem Arsch gekommen und hab’ meinen 12.2er Schnitt noch ein wenig pushen können. Dann ist mir auch dieses Mädel mehr und mehr aufgefallen, Softe heißt sie. Anfangs eine Mitschülerin, die mir gegenüber saß, später dann eine gute Freundin und jetzt meine Freundin. Seit dem 25. März. Es war wohl DIE Überraschung für Viele, weil sich alles recht unauffällig entwickelte, wo ich zu Beginn der Beziehung noch von bösen Zungen hören musste, dass ich mich mit ihr nur trösten will Chrissi wegen oder das nur ausnutzen wolle. 9 Monate dürften Beweis dagegen genug sein.

Ein paar Tage zuvor hab ich ja meinen ersten richtigen Job angefangen, Gamesagent bei Fettspielen.de !Fries schickte mir diese Anzeige eines Abends mit dem Kommentar „Wär doch was für dich.“ Aus Jucks und Tolerei hab ich dann einfach eine Bewerbung hingeschickt, Jens noch den Artikel geschickt, damit er sich auch anmeldet und ein paar Tage später trat ich 2 Wochen lang von 9Uhr bis 17Uhr zum Zocken an. Das Beste dabei natürlich die lockere Arbeitsstimmung und die Möglichkeit, auch während der Schulzeit ordentlich Kohle zu scheffeln, bei 7 Euro pro Stunde hat sich schon das ein oder andere Schmuckstück, das sich jetzt in meinem Zimmer rühmt oder ich mich damit rühme, zusammengerappelt. Mit Fitness hab ich dann auch angefangen, bin also dem Kreis der hübschen Boys aus KA beigetreten, um mich ein wenig in Form zu bringen.

Weiter vergingen die Monate mit einem gut strukturierten Wochenplan : Schule Arbeiten Fitness Freundin Weggehen. Aus meiner Gitarren-Karriere ist schließlich nichts mehr geworden, mittlerweile verstaubt sie mit 2 kaputtenen Saiten und ich bin zu faul, die zu erneuern. Dennoch bin ich mit einer letzten Erfahrung aus der ganzen Musik-Sache herausgegangen : Ich bin zu blöd zum Musikmachen. Man sagt ja, Juden haben kein Rhythmusgefühl, vielleicht habe ich jüdische Wurzeln. Es folgten die Houseparty bei Timur, eine geile Studienfahrt, mein Geburtstag, meine Geburtstagsfete, Sommerferien und eine Zechwoche in Lloret unter dem Motto „10 Tage wach“.

Dann folgte das besagte letzte Schuljahr. Die Dreizehnte. Der Stundenplan mit 10 Stunden Montags brachte meinen Alltag voll durcheinander, Zeit der Veränderungen war angesagt. Weil ich keinen gescheiten Wochenplan auf die Reihe gekriegt habe und nur darauf schaute, irgendwie meine 6 Stunden pro Woche zusammen zu kriegen, litten natürlich die Noten und die zogen das Ego gleich mit, wo nebendran die Mitstreiter mit 12 Punkten Minimum zum Jubeln animieren wollten. Ich hing den Herbst oft rum mit ‘ner Fresse. Da fällt mir Rocky III ein, wo Sylvester Stallone seinen Weltmeister Titel gegen Mr. T alias Clubber Lang verliert und sich durch ‘ne ordentliche Ansprache von seiner Frau wieder aufrappelt. Bei mir war es meine werte Mutter, die mir nicht das sagte, was ich hören wollte, sondern sagte, wie der Stand der Dinge ist. Den völligen Arschtritt hat dann meine werte Softie verhindert, als sie mich oft mit meiner langgezogenen Fresse aufgefangen hat und mir wieder zu guter Laune verholfen hat. Es musste also was geschehen und ich kündigte erst einmal meinen Job bis März / April, bis ich wieder Luft habe. Der völlige Tiefpunkt folgte kurz darauf, als es 7 Punkte in Chemie, 4 Punkte in Geschichte und 8 Punkte in Wirtschaft hagelte, die Fächer, mit denen ich eigentlich 11+ erreichen wollte. Zusätzlich erschien die Kündigung natürlich als völlig nutzlos und ich stand da, ohne Nebenverdienst, aber mit scheiß Noten. Die Geschichts GFS war aber dann doch noch ein letzter Lichtblick.

Also, gerade am Anfang und am Ende des Jahres durfte ich mal wieder neue und viele wichtige Erfahrungen sammeln. Ich hab erfahren, wie es jobmäßig abläuft, hab einen kleinen Einblick auf einen solchen Tagesablauf gekriegt. Dann haben mich die schlechten Noten zu der Erfahrung gebracht, dass ich allein dafür verantwortlich bin und meine schlechte Laune allein auf die schon fast krankhafte Eifersucht zurückzuführen ist, auch 10 Punkte und besser erreichen zu wollen und irgend einem Lehrer zu beweisen, dass man nicht 0815 ist.

Meine Vorsätze : Führerschein bestehen, ohne durchzufallen, einen anständigen Ziviplatz und meine Mutter in ein schickes Restaurant einladen.