22:01 // Kool and the Gang – Summer Madness
Sodele, jetzt komm ich doch noch zum Bloggen. Erstmal Glückwunsch an mich selbst, weil ich einen besseres Zeugnis erhalten werde, wie ich zuvor gedacht habe. Chemie 3 punkte besser, Deutsch und Englisch ein Punkt besser und Sport steht auch noch aus. Mein heißersehnter 9er Schnitt scheint endlich greifbar zu sein. Der Tag verlief auch wieder ganz im Sinne der derzeitigen Stimmungsschwankungen. Bis Mathe heute war alles gut, dann war ich angefressen, weil ich mir wieder als totaler Dummbatz vorkam. Englisch war ätzend, aber ich war irgendwie lustig drauf und die Stadttour mit Bechtl war auch recht amüsant. Aber warum sitz ich jetzt hier, wieder mit gedrückt-emo-schlechter Laune ? Fakt ist, ich habe ein Problem. Wohl auch mit meinem Freundeskreis, aber wohl hauptsächlich mit mir selbst. Und das wohl schon seit längerem, was wohl auch großen Teil zur schlechten Laune beiträgt.
Uffjebasst, heute hab ich mir (ganz spontan) an die Eier gelangt und beschlossen, meine Gedankengänge möglichst nachvollziehbar und korrekt dar zu stellen um mein Problem klar zu machen. Ich steige ein mit einem Beispiel, der Urlaubsplanung. Voller Vorfreude heißt es ja „Bulgarien Bulgarien“. Zum Wohl aller hab ich mich um ein erstes Angebot gekümmert, Jam-Reisen kontaktiert, um ein volles Angebot zu erhalten. Rundmail an die ganze Urlaubscrew geschrieben, dass alle so langsam in die Gänge kommen könnten und nach Angeboten schauen sollten. Jedoch kam keine Antwort darauf, keine Rückmail und keine Ergebnisse (bis jetzt). Anderes Beispiel (schon etwas älter) : Es ist Wochenende. Die Gruppe will was starten, aber niemand hält es für nötig, etwas zu planen. Ich schlag was vor, der Rest geht (wohl wider Willen) mit und sucht die erstbeste Gelegenheit, über etwas zu maulen – die Musik im Lokal zum Beispiel. Bei beiden Szenarien fühlt man sich selbst als Depp, erhält keine Anerkennung für nichts und muss (wieder) feststellen, dass man sich für nichts bemüht hat. Um auf mich selbst damit rückzuschließen – ich hab’ einfach die schlechte Angewohnheit, Anerkennung oder „Lob“ für meine Tätigkeiten zu erhalten, damit das Ego gepusht wird. Eine schlechte Angewohnheit für mich, da das nicht allzu oft passiert (auch schulisch) und somit wäre ein erster Runterzieher geklärt.
Zudem habe ich eine weitere schlechte Angewohnheit, ständig zu überlegen, ob eine Entscheidung / Aussage / Meinung richtig ist. Grund dafür ist eine Art „Hierarchie“, wo andere Mitschüler, die klüger, „cooler“ oder beliebter sind, jeden Shit (gut verpackt) verzapfen können und der Rest ist davon dann so begeistert, dass jede noch so richtige Entscheidung / Aussage / Meinung von einem selbst als falsch erscheint. Wo man letztendlich an sich selbst zweifelt und anfängt, sich nach anderen zu richten oder gar an andere klammert ( was jetzt nicht so mein Problem ist ).
Aufgrund dieser Unsicherheit und dem Verlangen nach Anerkennung für etwas habe ich zur Zeit ein richtiges Problem mit meiner Persönlichkeit – wo man irgendwann an einen Punkt gelangt, an dem man nicht mehr weiß, was man selbst will und was einem selbst gut tut. Hier folgert sich weiterer Fakt raus : Erstmal bin ich an einem Punkt, wo ich meine Persönlichkeit überarbeiten muss, ernsthaft überdenken muss und das im ausgereiften Alter von knapp 19 Jahren. Das nächste Problem nun : Wenn ich soweit meine Persönlichkeit „überarbeitet“ habe, holt mich wieder die Unsicherheit ein, ob meine Ansichten und Prinzipien die richtigen sind – also muss erstmal die Frage gelöst werden, ob man sich nach einem Vorbild richtet und wenn ja, nach welchem. Oder ob man sich einen Tag lang hinsetzt, so lang überlegt, bis man (für sich) richtige Ansichten und Prinzipien entwickelt hat und diese auslebt – bis man damit zufrieden ist, evtl. dem nahe liegenden Umfeld schadet oder das Gegenteil erreicht oder bis man bemerkt, dass diese Prinzipien totaler Bockmist sind und man sich wieder hinsetzt, so lange, bis man mit sich selbst dauerhaft zufrieden ist.
Also, ich habe wohl das Problem, noch nicht mit mir selbst im Reinen zu sein und es zieht mich gerade ziemlich herunter, das ich im Alter von (fast) 19 Jahren mein Ich noch nicht gefunden habe. Auslöser für das Ganze war übrigens die Frage, ob ich das Gefühl habe, etwas verpasst zu haben durch 2 Jahre intensives Zocken. Und ja, neben ein paar Grundsachen in Mathe, Englisch und Französisch habe ich es verpasst, eine wichtigste Überlegung ernsthaft durchzudenken.
