.:::Super Kickers !

6 10 2009

19.42Uhr // Soulful House Stream (di.fm)

Lass uns etwas Spaß haben, der Takt ist krank. Ich möchte auf deinem Diskostab reiten. Englische Sachen übersetzen macht so Spaß. Nun gut, mein Hartz IV Leben trottet weiter vor sich hin, der letzte Eintrag ist ja auch schon wieder ‘ne ganze Woche her, was mich etwas schockiert ehrlich gesagt. Die Woche raste an mir irgendwie vorbei, Mittwoch mit Tim und Phil saufen, Donnerstag und Freitag bei der Liebsten, Samstag zocken und schon wieder saufen, Sonntag und Montag rumgammeln. Dabei ist neben dem hochgeschätzten Kabel1 Vormittags-bis-spätem-Nachmittags-Programm das Unterschichtenfernsehen à la „Mitten im Leben“ oder „Voll im Leben“ oder „Neben dem Leben“ oder „Über dem Leben“ oder „Auswanderer 3XL“ oder „Abenteuer voll im Lebensalltag“ hinzugekommen. Ich hoff’ nur, dass das mit dem Zividienst wieder aufhört. Ganz schnell. Also raffte ich meinen Arsch heute auf und bin mal wieder ins Fitness, eine Stunde gelaufen und danach ausgiebig gepumpt. Dazu noch etwas Rad gefahren, um das Gewissen zu beruhigen. Beim Rad fahren les’ ich ja immer die Magazine, die so im Studio rumfahren. Heute hatte ich ein Buch von meiner Schwester dabei namens „Schlechter Sex 2″. Libidinöse Katastrophen erzählt von Männern. Im ersten Band erzählen es Frauen. Herrliche Bücher, von Mia Ming, in denen ganz normale Leute von ihren Sexualeskapaden erzählen und den schlimmsten Nächten ihres Lebens. So hat beispielsweise ein Lektor eine Frau auf einer Sylvesterfeier kennengelernt, die ihr Bett voller Plüschtiere hatte. Als der Kerl einen bereits verranzten Plüschalf vom Bett kickte, um in Stimmung zu kommen, musste er sich auch noch bei ihm entschuldigen. Oder eine Dame, die einen alten Freund nach Jahren wieder traf und ihn mit nach Hause nahm nach ein paar Drinks. So hatten die beiden zwar kein Sex, aber der Typ hat sich dann 2 bis 3 Mal an der Frau gerieben, bis er zum Höhepunkt kam. Dasselbe nochmal mitten in der Nacht, als die Frau neben ihm schlief. Wirklich amüsante Geschichten und dabei les’ ich eigentlich nie.

Beim Laufen dann musste ich an meine Kindheit zurückdenken (weshalb ich auch eigentlich bloggen wollte). Zur Grundschulzeit war ich in einem Fußballverein, dem VFB Knielingen. Erste oder zweite Klasse, lange hielt es mich dort auch nicht. Ich war also auf einmal in dem Verein, keine Ahnung wieso, durfte sofort beim Dienstagstraining mitmachen. Niemand gekannt, außer ein paar Gesichter aus’m Kindergarten und es regnete und war kalt. Insgeheim wollte ich mich ja gerne ins Tor stellen, damit ich nicht rennen musste (damals noch als Mama’s kleiner dicker Lieblingssohn, stets von Mutter bekleidet und kulinarisch verwöhnt). Aber weil ich ein verklemmtes Dickerle war, trottete ich einfach mit zum Sandplatz vor, gerade mal etwa 300m von meinem Zuhause entfernt. Wie gesagt, es regnete und weil mein Interesse für Fußball damals noch so groß wie ein Popel war, hatte ich mehr Spaß daran, den Kiessand von meiner Hand tropfen zu lassen und so skurrile Sand-Kies-Gebilde auf dem Boden entstehen zu lassen. Die Anweisungen vom Trainer bekam ich schon gar nicht mehr mit, bis mich irgendwann eine Hand am Nacken packte, so, als würde man einen Hund packen, um ihm zu sagen, dass er endlich seine Schnauze halten soll. Mit riesigen Augen und völlig ruhig entnahm ich das laute „LAUF JETZT“ vom Coach und rannte los, wie ein Rennschwein. Ein anderes Mal, wir hatten glücklicherweise in der Halle Training und ich hab’ mich besser angestellt, sogar Lob kassiert, war das Training bereits vorbei und alle waren in der Gruppendusche. Ich fühlte mich dabei nicht so wohl und hatte auch keinen Bock darauf, meinen Schniepel zu präsentieren. Also packte ich schnell mein Zeug und wollte gerade durch die Tür, auf einmal kam der Trainer rein „Ha, was ischn mim Dusche heer, willsch stingich hoim odda was?“. Ich stammelte erstmal ein bisschen, um Zeit für eine passende Lüge zu finden, bis ich dann sagte, dass ich gar kein Duschzeug dabei habe. Allerdings war die Tasche noch offen, Handtuch und Duschgel deutlich zu sehen und so ging ich lieber noch unter die Dusche, bevor mich der Trainer noch zerreißen würde. (Im Nachhinein kommt mir das alles ein bisschen pädophil vor…). Ein weiteres Mal dann – es war mein erstes Spiel – wurde ich in der Halbzeit eingewechselt, als Verteidiger. Wie gesagt, mein Interesse und das Wissen über Fußball war weniger als Null. Die einzige Erfahrung war das damalige Nintendospiel „Super Soccer“. Und so stand ich rum, hielt mich erstmal zurück (eigentlich ganz gut als Verteidiger, schön hinten absichern). Ich glaub, ich wurde links eingesetzt. Dann kam auf einmal ein Konter vom Gegner, rechts war niemand mehr zum Verteidigen. Ich erinnerte mich also an besagtes Videospiel, in dem ja auch nur die Verteidiger der zugehörigen Position angreifen. Also trielte ich mit guter Laune vor mich hin, immerhin stand ich ja auf dem Feld. Der Gegner konnte inzwischen ungehindert zum Tor vordrängen und ein Tor schießen. Immerhin – im Nachhinein wurde mir klar, dass ich doch hätte dagegen halten sollen. Ein paar Wochen ging ich noch zum Training, hatte aber gar keine Lust auf den geradezu cholerischen Trainer und die Spackos und Prolls, die im Team waren. Zum Glück hat sich das alles in den Jahren geändert – meine Begeisterung für Fußball ist groß und ich bin mittlerweile sportlicher. Schöne Fußballkindheit !

EDIT : Lasst euch bloß nicht einen Vertrag von Magazinverlagen andrehen in KA-City, übelste Abzocke !


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